Von der Pflicht zur Chance
Praxisbeispiel zur prozesssicheren Umstellung von Bleilegierungen
Steigende regulatorische Anforderungen rund um den Einsatz bleihaltiger Werkstoffe zwingen viele Industrieunternehmen zum Handeln. Diese Case Study beleuchtet, wie ein Hersteller in der Sanitärbranche eine strukturierte, technisch fundierte und wirtschaftlich tragfähige Umstellung auf bleifreie Legierungen umgesetzt hat – mit klaren Prozessen, fundierten Tests und partnerschaftlicher Abstimmung.
Hintergrund & Problemstellung
Unternehmen und Branche
Das betrachtete Unternehmen ist ein etablierter Akteur der metallverarbeitenden Industrie, spezialisiert auf die Herstellung komplexer Bauteile, insbesondere für wasserführende Systeme. Das Unternehmen ist in einem stark regulierten Marktumfeld tätig, das höchste Anforderungen an Materialqualität, Produktsicherheit und Langlebigkeit stellt. Mit einem vielfältigen Portfolio an Rohrleitungssystemen, Heiz- und Kühllösungen sowie Infrastrukturprodukten werden nationale und internationale OEMs, Installateure und Systemanbieter beliefert.
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BEULCO ist Ihr Partner für die bleifreie Zukunft der Industrie. Eine erfolgreiche Materialumstellung gelingt, wenn sie regulatorisch sicher, technisch durchdacht und wirtschaftlich sinnvoll umgesetzt wird – genau dabei unterstützen wir Sie.
Ausgangssituation
Im Zuge der europäischen und nationalen Gesetzesverschärfungen sah sich das Unternehmen gezwungen, sein Produktsortiment aus bisherigen Materialien auf bleifreie Alternativen umzustellen. Dabei führte insbesondere die deutsche Trinkwasserverordnung (TrinkwV) mit ihrer Orientierung an der EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/2184 zu erheblichem Anpassungsdruck.
Die wesentlichen regulatorische Änderungen:
- Der zulässige Bleigrenzwert im Trinkwasser wurde national bis 2023 auf 5 µg/l festgelegt.
- Ab 12. Januar 2028 ist die Einhaltung dieses Grenzwerts verbindlich: Produkte dürfen keine bleihaltigen Werkstoffe enthalten, die diesen Wert überschreiten.
Ziele
Das Hauptziel war die vollständige Umstellung eines definierten Artikelspektrums auf eine bleifreie Legierung, ohne die Funktionalität und Qualität der Produkte zu beeinträchtigen. Gleichzeitig sollte die Umstellung wirtschaftlich vertretbar umgesetzt werden. Weitere Teilziele umfassten:
- Auswahl einer passenden bleifreien Legierung mit vergleichbaren mechanischen und chemischen Eigenschaften
- Sicherstellung der Zerspanbarkeit auf bestehenden Maschinen
- Kontrolle und Begrenzung potenzieller Mehrkosten
- Planung einer gestaffelten und prozesssicheren Umsetzung
- Vermeidung von Produktionsstillständen und Ausschuss
- Berücksichtigung von Lagerbeständen und Zertifizierungsprozessen
Die 5 Phasen des Projekts
Phase 1
Analyse & Initialberatung
Ziel:
Verständnis schaffen über regulatorische Anforderungen, technischen Handlungsbedarf und wirtschaftliche Auswirkungen.
Aktivitäten:
- Erste Gespräche mit dem Kunden zur Bedarfsklärung
- Einschätzung regulatorischer Relevanz (z. B. REACH, EU-Trinkwasserrichtlinie)
- Aufzeigen möglicher Legierungsoptionen
- Identifikation von betroffenen Artikeln
- Erste technische Beratung durch Werkstoffspezialisten
- Interne Bewertung: Welche Maschinen, Prozesse und Zeichnungen sind betroffen?
Ergebnis:
Gemeinsames Verständnis über Notwendigkeit, Umfang und Zielrichtung der Umstellung
Phase 2
Werkstoffauswahl & Machbarkeitsprüfung
Ziel:
Die passende bleifreie Legierung unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten auswählen.
Aktivitäten:
- ...
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Trinkwasserverordnung
Die neue Trinkwasserverordnung, die die europäische Trinkwasserrichtlinie in deutsches Recht umsetzt, stellt Inverkehrbringer von Produkten, die in Kontakt mit Trinkwasser kommen, vor erhebliche Herausforderungen. Mit der Herabsetzung des Bleigrenzwertes von 10 auf 5 Mikrogramm pro Liter, die spätestens zum 12. Januar 2028 einzuhalten ist, steigt der Druck auf die Hersteller und Anbieter dieser Produkte erheblich.
REACH
Die EU diskutiert aktuell, ob Blei auf Anhang 14 der REACH Verordnung aufgenommen werden soll, was ein Bleiverbot ab 2028 mit sich ziehen würde. Dies stellt Unternehmen in der EU vor erhebliche Herausforderungen. Dies betrifft sowohl produzierende Unternehmen als auch Unternehmen, die in die EU importieren.
Entwicklungspartner
Neben der hochqualitativen Beratung und Fertigung legen wir sehr viel Wert darauf, Sie von Beginn an in Ihrem Projekt zu begleiten - denn nur so können wir Expertise bündeln und daraus erfolgreiche Synergien entwickeln. Erfahren Sie mehr über unsere Kompetenzen, unseren Service und wie wir mit Ihnen gemeinsam Ihr Produkt zur Serienreife bringen.