Versorgungsabschnitte
Verantwortlichkeiten, Aufgaben & Risiken
In der deutschen Gesetzgebung sind die Verantwortlichkeiten für verschiedene Bereiche der Trinkwasserversorgung klar geregelt. Die DIN 2001-2 "Nicht ortsfeste Anlagen - Leitsätze für Anforderungen an Trinkwasser, Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung der Anlagen" schreibt vor, welche Anforderungen der jeweils Verantwortliche im Versorgungsabschnitt zu beachten hat und wie Anlagen zu installieren und betreiben sind.
Versorgungsabschnitt 1
Bereich: Wassergewinnung bis zur zentralen Sicherungseinrichtung (z. B. Systemtrenner) am Standrohr
Verantwortlich: Der Wasserversorger
Aufgaben:
- Sicherstellung der Trinkwasserqualität bis zur Übergabestelle
- Einbau geeigneter Sicherungseinrichtungen (z. B. Systemtrenner BA nach DIN EN 1717)
- Vermeidung von Rückfließen ins Netz
Risiken: Rückfluss von verunreinigtem Wasser (Druckstöße, Überfahren von Leitungen)
Häufige Fehlerquellen: Fehlende oder ungeeignete Sicherungseinrichtungen, beschädigte Armaturen, unsachgemäße Handhabung
Versorgungsabschnitt 2
Bereich: Ab Systemtrenner des Standrohres bis zum Schlauchanschluss des Anschlussnehmers
Verantwortlich: Veranstalter bzw. Betreiber
Aufgaben:
- Aufbau, Betrieb und Wartung der Weiterverteilungsanlage
- Verwendung zertifizierter Trinkwasserschläuche und Bauteile
- Hygienische Installation, Spülung und Lagerung
- Sicherstellung eines eigenen, abgesicherten Anschlusses je Teilnehmer
Risiken:
- Kontamination durch unsachgemäßen Auf-/Abbau oder Lagerung
- Querverbindungen zwischen Abnehmern → Keimverschleppung
- Verstöße gegen Normen → Stilllegung, Desinfektionspflicht, Imageschäden
Häufige Fehlerquellen:
- Einsatz ungeeigneter Materialien (z. B. Gartenschläuche)
- Fehlende Spülung nach Standzeiten
- Querverbindungen zwischen Ständen
Versorgungsabschnitt 3
Bereich: Installation im eigenen Versorgungsbereich (z. B. Imbiss, Verkaufsstand)
Verantwortlich: Standbetreiber / Anschlussnehmer
Aufgaben:
- Fachgerechte Installation und Absicherung (freier Auslauf, Rückflussverhinderer, Rohrtrenner)
- Verwendung DVGW-geprüfter, farblich gekennzeichneter Trinkwasserschläuche
- Schutz vor Schmutzeintrag, Sonneneinstrahlung, Frost und mechanischer Belastung
- Spülung nach Standzeiten, hygienische Lagerung
Risiken:
- Längere Stagnationszeiten → Keimwachstum
- Direkter Kontakt des Wassers mit Lebensmitteln und Verbrauchern
Häufige Fehlerquellen:
- Ablage von Armaturen auf verschmutzten Flächen
- Fehlende Einzelabsicherung fest angeschlossener Geräte
- Vermischung von Trink- und Abwasserleitungen
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