Die 10 häufigsten Fehler bei Verwendung und Lagerung von Standrohren
und wie man sie vermeidet
Standrohre sind ein wichtiges Arbeitsmittel, wenn es um die sichere Entnahme von Trinkwasser aus Hydranten geht. Gleichzeitig stellen sie eine hygienische Schnittstelle zum öffentlichen Netz dar. Falscher Umgang kann nicht nur Wasserschäden oder Qualitätsprobleme, sondern auch Verstöße gegen die Trinkwasserverordnung zur Folge haben.
Hier die 10 häufigsten Fehler – mit passenden Hinweisen zur richtigen Handhabung:
1. Keine ausreichende Spülung vor Nutzung
Fehler:
Hydrant wird geöffnet und Wasser sofort genutzt. Trübstoffe, Rost und abgestandenes Wasser gelangen ins System.
Tipp:
Vor der Entnahme mehrminütig spülen, bis klares und kaltes Wasser austritt (Temperaturkontrolle). Spülwasser nicht in Behälter leiten, sondern frei abfließen lassen.
2. Fehlender Systemtrenner BA
Fehler:
Standrohr ohne Systemtrenner im Einsatz → Gefahr des Rücksaugens von verschmutztem Wasser.
Tipp:
Nur Standrohre mit integriertem Systemtrenner BA nach DIN EN 1717 verwenden. Vor Nutzung Sichtprüfung, ob der Systemtrenner sauber und unbeschädigt ist.
3. Hydrant zu schnell geöffnet oder geschlossen
Fehler:
Ventile werden ruckartig bewegt → Druckstoß (Wasserschlag) kann Leitungen, Dichtungen oder Hydrantenventile beschädigen.
Tipp:
Hydrantenschieber immer langsam öffnen und schließen, Druck langsam aufbauen
4. Schläuche oder Anschlüsse im Wasser liegen lassen
Fehler:
Schlauchenden tauchen in Tanks, Pfützen oder offene Behälter ein → Rücksaugeffekt möglich.
Tipp:
Immer freien Auslauf nach DIN EN 1717 sicherstellen. Schlauchende oberhalb der Behälteröffnung fixieren. Mindestabstand: DN/2, mindestens 20 mm.
5. Befüllen ohne freien Auslauf
Fehler:
Schlauch oder Rohr steckt direkt im Behälter → kein Schutz gegen Rückfluss.
Tipp:
Mobile Füllarmaturen mit freiem Auslauf oder Spritzrohr verwenden.
6. Standrohr auf den Boden gelegt
Fehler:
Muffen, Gewinde und der Auslauf verschmutzen durch Erde, Sand oder Wasser.
Tipp:
Standrohre nur aufrecht stellen oder in Halterungen lagern. Bei Pausen auf Paletten oder sauberen Unterlagen abstellen, nie im Erdreich.
7. Falsche Lagerung (feucht, verschmutzt, im Freien)
Fehler:
Standrohre bleiben ungeschützt im Regen, Schnee oder auf der Baustelle → Korrosion, Frostschäden und Verkeimung.
Tipp:
Nach jeder Nutzung reinigen und in einem trockenen, belüfteten Raum lagern. Frostfrei bei mind. +5 °C.
8. Fehlende Schutzkappen auf Anschlüssen
Fehler:
Offene Gewinde oder Ausläufe lassen Staub, Insekten oder Schmutz eindringen.
Tipp:
Schutzkappen nach Gebrauch immer fest aufsetzen. Beschädigte oder fehlende Kappen sofort ersetzen.
9. Lagerung neben Chemikalien oder Abgasen
Fehler:
Kontakt mit Farben, Ölen, Treibstoffen oder Lösungsmitteln → Geruchs- und Geschmacksübertragungen möglich.
Tipp:
Standrohre ausschließlich in sauberen, geruchsneutralen Bereichen lagern. Keine gemeinsame Lagerung mit Gefahrstoffen.
10. Fehlende Kontrolle und Wartung
Fehler:
Defekte Dichtungen, undichte Gewinde, verstopfte Siebe oder beschädigte Systemtrenner bleiben unbemerkt.
Tipp:
- Vor jeder Nutzung: Sicht- und Funktionsprüfung (Systemtrenner, Dichtungen, Hähne).
- Regelmäßige Wartung durch den Wasserversorger, mind. 1x jährlich.
- Defekte Standrohre sofort außer Betrieb nehmen und kennzeichnen.
Technische Zusatz-Tipps
Für den sicheren Betrieb
- Frostschutz: Im Winter Standrohre entleeren und frostfrei lagern, da Eisbildung Armaturen zerstören kann.
- Drehmomentschlüssel nutzen: Hydranten und Anschlüsse nicht mit Gewalt anziehen, sondern mit Gefühl – sonst Schäden an Gewinden oder Dichtflächen.
- Regelmäßige Kalibrierung: Bei Standrohren mit Zähler sicherstellen, dass die Eichung gültig ist.
- Dokumentation: Nutzung und Rückgabe dokumentieren, um Rückverfolgbarkeit bei Problemen zu gewährleisten.
- Nur geschultes Personal einsetzen: Falsche Handhabung gefährdet nicht nur das Trinkwasser, sondern auch die Betriebssicherheit.
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