Merkliste
Es befinden Sich noch keine Produkte in Ihrer Merkliste.
Alle Produkte anzeigen
Jetzt anfragen
Liste herunterladen
Anfrage

Achtung: Sollten Sie ein Privatanwender sein, wenden Sie sich bitte an Ihren Installationsfachbetrieb bzw. gegebenenfalls an einen Fachgroßhandel. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Link zu unserer Datenschutzbestimmung

Mobile Trinkwasserversorgung

Desinfektion von Standrohren

Wann sie sinnvoll ist und worauf es ankommt

Standrohre sind aus der mobilen Trinkwasserversorgung nicht wegzudenken. Sie schaffen flexible Entnahmestellen – z. B. auf Baustellen, bei Veranstaltungen oder in der Landwirtschaft. Gleichzeitig stellen sie aber auch besondere Anforderungen an die Trinkwasserhygiene.

Ein zentraler Punkt dabei ist die Frage: Wann ist eine Desinfektion notwendig – und wann nicht?

Warum Hygiene bei Standrohren besonders wichtig ist

Im Gegensatz zu fest installierten Anlagen werden Standrohre:

  • regelmäßig transportiert
  • häufig auf- und abgebaut
  • unter wechselnden Umgebungsbedingungen eingesetzt

Dabei können Verunreinigungen in das System gelangen – etwa durch:

  • Schmutz und Staub
  • unsachgemäße Lagerung
  • unsauberen Umgang im Einsatz
  • Stagnationszeiten

Reinigung ist Standard – Desinfektion bei Bedarf

Die gute Nachricht:
Eine regelmäßige und fachgerechte Reinigung ist in den meisten Fällen bereits ausreichend.

Gemäß DVGW-Arbeitsblatt W 408-B1 gilt:

Eine Reinigung mit Trinkwasser, idealerweise bei hoher Fließgeschwindigkeit, reicht im Normalfall aus.

Das bedeutet:

  • Ablagerungen und Partikel werden durch Spülen effektiv entfernt
  • ein hygienisch einwandfreier Zustand kann in der Regel ohne chemische Maßnahmen erreicht werden

 

Die Desinfektion ist daher keine generelle Pflicht, sondern eine situationsabhängige Maßnahme.

Wann eine Desinfektion sinnvoll ist

Es gibt jedoch Situationen, in denen eine zusätzliche Desinfektion empfehlenswert ist:

  • starke oder sichtbare Verschmutzungen
  • hygienische Zweifel nach unsachgemäßer Nutzung
  • längere Standzeiten ohne ausreichende Reinigung
  • auffällige Gerüche oder Beläge
  • vorsorglich vor der Ausgabe, wenn Unsicherheiten bestehen

In diesen Fällen kann eine Desinfektion dazu beitragen, mikrobiologische Risiken gezielt zu reduzieren.

Entscheidend ist der ganzheitliche Ansatz

Die Desinfektion allein garantiert noch keine hygienische Sicherheit. Entscheidend ist ein abgestimmtes Gesamtkonzept:

  • regelmäßige Reinigung nach jedem Einsatz
  • sachgerechte Lagerung (sauber, trocken, geschützt)
  • Sichtprüfung vor jeder Ausgabe
  • situationsabhängige Desinfektion bei Bedarf

Nur im Zusammenspiel dieser Maßnahmen lässt sich die Trinkwasserqualität zuverlässig sichern.

Normative Hintergründe

DVGW W 408 (2010-11)

Relevante Abschnitte:

6.1 Entnahmevorrichtungen einschließlich ggf. Standrohre

  • Standrohre und Entnahmevorrichtungen sind bei Lagerung, Transport und Einsatz sauber zu halten.
  • Der Sitz des Dichtungsrings am Standrohrfuß ist vor Verunreinigungen zu schützen sowie Standrohrfuß und Hydrantenklaue vor Montage zu reinigen und ggf. zu desinfizieren (unter Berücksichtigung der Werkstoffeigenschaften, siehe DVGW W 291 (A)).

Kernaussage:
Die Reinigung und ggf. Desinfektion von Standrohren ist vor allem bei der Montage und nach dem Einsatz relevant, wobei die Werkstoffverträglichkeit zu beachten ist.

DVGW W 408-B1 (2013-05)

Relevante Abschnitte:

Anhang C – Hinweise zu Aufbau, Werkstoffen, Handhabung und Vermietung von Standrohren mit EntnahmevorrichtungC.3 Handhabung

  • Im Normalfall reicht die Reinigung durch Trinkwasser mit hoher Fließgeschwindigkeit.
  • Falls eine Desinfektion notwendig ist, erfolgt diese vor Ausgabe/Einsatz nach DVGW W 400-3 (A) nach dem statischen Verfahren (Befüllen mit Desinfektionslösung) oder dynamischen Verfahren (Standrohrdesinfektionsanlage).

C.3 (Fortsetzung)

  • Für Desinfektionsmittel, Anwendungsdauer, Konzentration und Entsorgung gelten die Vorgaben nach DVGW W 291 (A) und die Angaben des Desinfektionsmittelherstellers.
  • Bei Kombinationsprodukten (z. B. mit Säure- und/oder Silberzusatz) ist die werkstoffbezogene Eignung nach Herstellerangaben zu prüfen.
  • Die Einhaltung der Anwendungskonzentration ist zu Beginn und am Ende der Desinfektion sicherzustellen.

Kernaussage:
Die Desinfektion von Standrohren ist im Normalfall nicht erforderlich, kann aber bei Bedarf nach klaren Vorgaben (DVGW W 400-3, DVGW W 291) durchgeführt werden. Die Auswahl des Desinfektionsmittels und die Anwendung müssen werkstoffverträglich sein.

DIN 2001-2 (2025-06)

Relevante Abschnitte:

Anforderungen an Planung und Installation

  • Werkstoffe müssen gegen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen nach DVGW W 551-3 beständig sein.

Desinfektion des Trinkwassers

  • Nur zugelassene Desinfektionsmittel und -verfahren (siehe TrinkwV, §§ 20, 21) dürfen eingesetzt werden.
  • Die Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren wird vom Umweltbundesamt geführt.
  • Tabellen 2 und 3 listen bewährte Desinfektionsmittel und -verfahren.

Reinigung und Desinfektion von Anlagenteilen

  • Anlagenteile sind regelmäßig zu reinigen. Bei Verdacht auf Kontamination mit Krankheitserregern ist eine Reinigung und Desinfektion durchzuführen.
  • Die Anforderungen nach DVGW W 551-3 sind einzuhalten.
  • Nach Desinfektion ist das Netz gründlich zu spülen, bis kein Desinfektionsmittel mehr nachweisbar ist.

Kernaussage:
Die Norm regelt die Desinfektion von Anlagenteilen (inkl. Standrohren) in mobilen Wasserversorgungen und verweist auf die Einhaltung der DVGW-Regelwerke und die Verwendung zugelassener Desinfektionsmittel.

DIN EN 1717 (2011-08)

Relevante Abschnitte:

Abschnitt 5.2, 5.7, 5.8, Anhang A

  • Definiert die Sicherungseinrichtungen (z. B. Rückflussverhinderer, Systemtrenner) und deren Auswahl je nach Flüssigkeitskategorie.
  • Für mobile Entnahmeeinrichtungen (wie Standrohre) ist mindestens ein kontrollierbarer Rückflussverhinderer (EA) oder ein Systemtrenner (BA) vorgeschrieben, um Rückverkeimung zu verhindern.

Kernaussage:
Die Norm regelt die Auswahl und den Einbau von Sicherungseinrichtungen, die auch bei der Desinfektion und beim Schutz vor Rückverkeimung eine Rolle spielen.

DIN EN 806-1 (2001-12)

Relevante Abschnitte:

Abschnitt 3 Ziel

  • Ziel ist u. a., eine Verschlechterung der Trinkwasserqualität innerhalb der Installation zu vermeiden.

Abschnitt 5.4.9 Sicherungsarmatur

  • Verweist auf EN 1717 für Sicherungseinrichtungen.

Kernaussage:
Die Norm verweist auf die Notwendigkeit, die Trinkwasserqualität durch geeignete Maßnahmen (inkl. Desinfektion und Sicherungseinrichtungen) zu erhalten. [DIN EN 806-1 2001-12]

Sie benötigen Unterstützung?

Vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch mit unseren Experten - ob online oder vor Ort, wir sind gerne für Sie da.

Die Inhalte dieser Website dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.