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Trinkwasserhygiene bei Feuerwehren

In den vergangenen Wochen und Monaten steht das Thema Trinkwasser in Bezug auf die Löschwasserversorgung weit oben auf der Agenda. Seit Juni 2016 liegt das neue Arbeitsblatt W 405-B1 „Bereitstellung von Löschwasser aus durch die öffentliche Trinkwasserversorgung“ inklusive des Beiblatts „Vermeidung von Beeinträchtigungen des Trinkwassers und des Rohrnetzes bei Löschwasserentnahmen“ des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) vor.

Dieses Arbeitsblatt wurde eigens für Feuerwehren unter Mitarbeit der Feuerwehrvertretungen bzw. –Organisationen erstellt und gilt sowohl bei Einsätzen als auch bei Übungen. Es soll die Arbeit der Feuerwehren erleichtern, Verschmutzungen des Trinkwassers oder Beeinträchtigungen der Trinkwasserversorgung verhindern.

In Deutschland ist die Löschwasserversorgung so geregelt, dass Kommunen verpflichtet sind, den Feuerwehren entsprechendes Löschwasser zur Verfügung zu stellen. Somit entstammt das genutzte Löschwasser meist aus dem Trinkwasserrohrnetz. So wird der Schutz des Trinkwassers während Löscheinsätzen oder Feuerwehrübungen zur Notwendigkeit, um die Sicherheit und das Hygieneniveau des Trinkwassers zu erhalten.

Unter ungünstigen Umständen kann durch Löschwasserentnahmen beim Fehlen geeigneter Sicherungseinrichtungen ein Rückfluss des Wassers ins Netz auftreten. Dadurch können Verunreinigungen in das Rohrnetz gelangen und die Fließverhältnisse beeinflusst werden. Ungünstige Fließverhältnisse können zu Verkeimungen oder Kontamination bei Rückfließen von Löschwasser führen, zum Beispiel bei großer Änderung der Fließgeschwindigkeit. Somit wird die Trinkwasserqualität beeinträchtigt und das Auftreten von Rohrbrüchen durch Druckänderungen wird wahrscheinlicher.

Auch die Trinkwasserversorgung nimmt hier Einfluss. In §17 Abs. 6 heißt es, „Wasserversorgungsanlagen aus denen Trinkwasser abgegeben wird, dürfen nicht ohne eine den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechende Sicherungseinrichtung mit Wasser führenden Teilen, in denen sich Wasser befindet oder fortgeleitet wird, das nicht mehr für den menschlichen Gebrauch […] bestimmt ist, verbunden werden“. Löschwasser stellt keine Ausnahme dar, deshalb gilt dies auch für die Entnahme von Löschwasser aus dem Trinkwassernetz.

Löschwasser wird nach DIN EN 1717 in die Flüssigkeitskategorie 4 bzw. 5 eingeordnet (Definition). Laut DVGW Arbeitsblatt W405-B1 sollte bei Flüssigkeitskategorie 5 „immer ein freier Auslauf AA […]und bei Flüssigkeitskategorie 4 mindestens ein Systemtrenner BA in Übereinstimmung mit den Funktionsprinzipien nach DIN EN 12729 (am Standrohr oder Überflurhydranten; DIN 14346 in Vorbereitung) vorgesehen werden. Im Regelfall darf nach Flüssigkeitskategorie 4 abgesichert werden.“

Sind Systemtrenner nun auch bei Einsätzen und Übungen der Feuerwehren Pflicht?

Die Norm räumt ein, dass aktuell noch nicht davon ausgegangen werden kann, dass Taktik und Ausstattung der Feuerwehren den Vorgaben der Trinkwasserverordnung entsprechen. Die optimale Ausstattung und Arbeitsweise, um allen Anforderungen der allgemein anerkannten Regeln der Technik zu entsprechen, kann nur nach und nach im Rahmen von Ersatz- und Neubeschaffungen realisiert werden. Somit ist der Einsatz von Systemtrennern noch keine Pflicht. Als notwendige Übergangslösung wird der Einsatz zweier Rückflussverhinderer genannt. Davon befindet sich ein Rückflussverhinderer am Standrohr und ein weiterer am Sammelstück (federbelastet) vor dem Fahrzeugtank. Die eingesetzten Rückflussverhinderer dürfen so lange verwendet werden, bis Verschleiß oder andere Einschränkung deren Gebrauch verhindern. Aktuell gibt es noch kein endgültiges Datum, ab dem Systemtrenner eingesetzt werden müssen.

Genauere Spezifikationen für Feuerwehr-Systemtrenner werden vermutlich erst in der DIN 14346 getroffen, welche voraussichtlich nicht vor 2018 erscheinen wird.

Das Beiblatt dient als Planungsgrundlage für Maßnahmen im Bereich Ausstattung, Neubeschaffung und Schulung von Feuerwehren und Feuerwehrpersonal. Es verweist darauf, dass Hersteller und Feuerwehren kooperieren müssen, um Kompromisse beim Schutz des Trinkwassers im Feuerwehreinsatz zu finden. BEULCO als Spezialist im Bereich Trinkwasserschutz und mobiler Trinkwasserversorgung unterstützt und berät zu diesem Thema.