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Digitalisierung der Wasserwirtschaft

Drive-by-Erfassung

Digitale Zählerablesung im Vorbeifahren

In vielen Versorgungsgebieten werden Wasserzähler noch immer traditionell einmal im Jahr abgelesen. Das bedeutet: hoher Personalaufwand, unflexible Datenerhebung und kaum Chancen auf proaktives Handeln bei Leckagen oder ungewöhnlichem Verbrauchsverhalten. Die Folge: verzögerte Reaktionen, ungenutzte Einsparpotenziale und mangelnde Transparenz – sowohl für Versorger als auch für Endkunden.

Hier setzt die Drive-by-Erfassung an – ein innovativer Ansatz, der eine kontaktlose, schnelle und fehlerarme Zählerauslesung im Vorbeifahren ermöglicht. Mit minimalem Aufwand können Versorger Verbrauchsdaten erfassen, analysieren und zeitnah reagieren. Gerade in der Übergangsphase zwischen manuellen Prozessen und vollautomatisierten Funknetzwerken (Fixed Networks) bietet die Drive-by-Methode eine smarte und wirtschaftliche Brücke.

Dieser Beitrag beleuchtet die Funktionsweise, Vorteile und Herausforderungen der Drive-by-Erfassung und zeigt, warum sie ein bedeutender Baustein für die digitale Transformation der Wasserwirtschaft ist.

Datum: 07.07.2025 | Lesezeit: 5 Min.

Was ist Drive-by-Erfassung?

Bei der Drive-by-Erfassung handelt es sich um eine mobile Methode zur automatisierten Zählerauslesung. Anstelle eines manuellen Ablesens vor Ort oder einer festen Netzwerkverbindung fährt oder geht ein Mitarbeiter mit einem Funkempfänger (z. B. einem wM-Bus-Receiver) durch das Versorgungsgebiet. Die digitalen Wasserzähler in Haushalten oder Betrieben senden dabei ihre Daten drahtlos – ganz ohne Betreten der Gebäude.

Vorteile auf einen Blick

Schnelligkeit

Die Datenübermittlung erfolgt automatisch – ohne Terminvereinbarungen, Hausbesuche oder Fehlerquellen bei der manuellen Eingabe.
Dies ermöglicht eine deutlich beschleunigte Erfassung großer Versorgungsgebiete innerhalb kürzester Zeit.

Kosteneinsparung

Personalkosten und Zeitaufwand reduzieren sich erheblich.
Besonders im Vergleich zur klassischen Vor-Ort-Ablesung lassen sich mit der mobilen Auslesung langfristig Betriebskosten senken.

Datenqualität

Digitale Übertragung minimiert Übertragungsfehler und ermöglicht Echtzeitanalysen.
Wasserversorger erhalten so eine deutlich höhere Datenverfügbarkeit und können schneller auf Auffälligkeiten reagieren.

Grenzen der Drive-by-Erfassung

Signalprobleme

Funkverbindungen können durch Hindernisse wie Wände, Bäume oder Fahrzeuge gestört werden.
Dies kann zu Datenlücken führen und erfordert gegebenenfalls eine Nacherfassung oder alternative Auslesemethoden.

Betriebskosten

Fahrzeuge, Personal und CO₂-Emissionen verursachen laufende Kosten.
Zudem ist die Wirtschaftlichkeit stark von der geografischen Struktur und Dichte des Versorgungsgebiets abhängig.

Reichweite in Randlagen

In ländlichen Gebieten kann die Erfassung ineffizienter werden, da längere Strecken erforderlich sind.
Die mobile Auslesung stößt hier schnell an logistische und wirtschaftliche Grenzen, insbesondere bei vereinzelten oder schwer zugänglichen Anschlüssen.

Für wen eignet sich Drive-by?

Die mobile Auslesung eignet sich besonders für Wasserversorger, die eine kostengünstige Einstiegslösung in die digitale Zählerfernauslesung suchen, ohne gleich ein umfassendes Festnetzsystem (Fixed Network) aufzubauen. Sie ist auch ideal für Regionen mit wechselnden oder schwer zugänglichen Liegenschaften, in denen feste Infrastruktur aufwendig oder unnötig wäre.

 

Die Drive-by-Erfassung ist ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zur vollautomatisierten, intelligenten Wasserversorgung. Sie vereint einfache Implementierung mit hoher Effizienz – und ist damit ein kluger Baustein für Versorger, die ihre Prozesse digitalisieren und modernisieren wollen.